[ M - Z ]

 

 

 

ANNA KATHARINA MAGSIG

 

   Installation im Treppenhaus (2010)

   Butterbrotpapier, Flüssigkleister, Nylonfaden, Lautsprecher/Herzton

 

   Skizzen (2009/2010)

   Butterbrotpapier, Kugelschreiber

copyright 2010 Anna-Katharina Magsig
copyright 2010 Anna-Katharina Magsig

 

"Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt" .

Blaise Pascal

 

 

 

STELLA MÖSER

   Ohne Titel (2010)

   Raum-Video-Installation

copyright 2010 Stella Möser
copyright 2010 Stella Möser

Es handelt sich bei dieser Arbeit um eine Raum-Video-Installation. Im linken Raum ist eine Bewegungsabfolge (Fotos im 3-Sekunden-Takt) zu sehen. Sie zeigt mich in einem Kleid, bestehend aus Gipsbinden und Butterbrotpapier. Meine Bewegung ist durch das Material eingeschränkt, behält aber trotzdem etwas Anmutiges. Im rechten Raum wird ein Video auf den Boden projiziert, das zeigt, wie ich mich im Wasser bewege (bekleidet mit einem dünnen weißen Unterkleid). Es geht mir in dieser Arbeit um zwei Polaritäten, um die Einschränkung der Bewegung und eine erweiterte Bewegungsfreiheit. Die Räume geben beiden Qualitäten genug Platz und ermöglichen dem Besucher „einzutauchen“ und sich ganz auf das einzulassen, was er sieht und empfindet. Außerdem entsteht zwischen den Räumen eine Art Schwelle, an der man sich entscheiden muss bzw. kann. Z.B.: betrete ich einen Raum? Wo zieht es mich zuerst hin? Welche Distanz nehme ich ein...? Mir sind die Bewegungs- und Gefühlsqualitäten der beiden Projektionen wichtig und, dass jeder Betrachter sich in seiner eigenen Weise damit auseinandersetzen und sich den Raum und die Ruhe dafür nehmen kann. Die beiden Räume begünstigen dies, indem sie abschirmen und einen ganz eigenen Raum öffnen, entsteht eine Konzentration auf die beiden Bewegungsqualitäten.

 

 

 

SOPHIA MRAZ

   14 Gipstorso 2009-2010,

   direkter Gipsabrdruck, mit Gipsbinden, des menschlichen Körpers.

copyright 2010 Sophia Mraz "14 Gipstorso"
copyright 2010 Sophia Mraz "14 Gipstorso"

 

 

 

 

 

 DANIELA MÜLLER

    ohne Titel, 2010

    interaktive Lichtinstallation

    Plexiglasröhre, LED-Lampe, Holz-Eisen-Konstruktion, dunkler Raum

Bei dieser Lichtinstallation handelt es sich um eine Interaktion zwischen Betrachter und Werk. Der Raum ist völlig dunkel und wird nur durch eine kleine LED-Lampe, die auf eine in der Luft hängende Plexiglasröhre leuchtet, erhellt. Durch das Beleuchten erscheint an der Raumwand eine Lichtreflexion und ein Schattenwurf des Objekts. Die Lichtquelle, die an der Holz-Stahl-Konstruktion befestigt ist, kann durch den Betrachter in Bewegung gesetzt werden. Er kann an dem dreieckigen Griff langsam oder auch schnell ziehen, wodurch sich das Licht auf das Objekt zubewegt und dabei verändern sich dann die Lichtreflexions- und Schattenbilder. Der Betrachter kann entscheiden was er sehen und wahrnehmen will und regulieren welche Bilder in welchem Tempo sichtbar werden sollen. Die Schräge in der Holz–Stahl-Konstruktion, führt letztlich nach jeder Interaktion wieder zum Standbild zurück. Dieses Standbild beinhaltet eine leichte hin und her schwingende und pulsierende, meditative Bewegung.

 

 

 

JENS NEINHARDT

   Remind Me Sunday (2010)

   Klanginstallation

Zwischenstufen des Daseins werden im Licht des Alltags reflektiert und bilden zusammen mit den Ausläufern der Traumzeit das Grundgerüst für ein fluoreszierendes Gefüge aus Bild und Ton. Eine Ode an den Klang der Fantasie, ein Lob an die Ästhetik. Gleichsam bewegt sich in fließender Eintracht und flimmernder Dualität der wandernde Blick entlang an mimetischen Randgebieten, besucht bevorzugt unbehelligte Nicht-Orte deren Stille sich gleichmäßig und sukzessiv in rhythmische Bewegung verwandelt. Deutlich fangen wir an nirgendwo hinzugelangen. Die Faszination der entrückten Bedeutung schwingt auch im verlinkten Klang, Informationslücken enthalten den repräsentativen Moment ihrer aufblitzenden Existenz, dem Erscheinen eines Mehr an Bedeutung.

 

„Das ist ein Vergnügen das andauern wird.

Sind wir irritiert, ist es kein Vergnügen. Nichts ist kein Vergnügen wenn man irritiert ist,

aber plötzlich ist es ein Vergnügen, und dann, mehr und mehr ist es nicht mehr irritierend.“

John Cage

 

 

 

NINA RABER

   Between Sunset And Sunrise (2009)

   Acryl auf Leinwand

copyright 2009 Nina Raber "Between Sunset and Sunrise"
copyright 2009 Nina Raber "Between Sunset and Sunrise"

 

 

 

CORNELIA SCHEU

   Trennung (2010)

   Wolle, Wachs

 

 

 

JUDITH SCHMIDTKE

   Schlagworte, Verhüllungen und Kloßprozesse 2010

„Jeder Mensch ist nicht nur er selber, er ist auch der einmalige, ganz besondere, in jedem Fall wichtige und merkwürdige Punkt, wo die Erscheinungen der Welt sich kreuzen, nur einmal so und nie wieder. Darum ist jedes Menschen Geschichte wichtig, ewig, göttlich, darum ist jeder Mensch, solange er irgend lebt […] wunderbar und jeder Aufmerksamkeit würdig. […] Das Leben jedes Menschen ist ein Weg zu sich selber hin, der Versuch eines Weges, die Andeutung eines Pfades. Kein Mensch ist jemals ganz und gar er selbst gewesen; jeder strebt dennoch es zu werden. […] Uns allen sind die Herkünfte gemeinsam, die Mütter; wir alle kommen aus demselben Schlunde; aber jeder strebt […] seinem eigenen Ziele zu. Wir können einander verstehen, aber deuten kann jeder nur sich selbst.“

(aus „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ von Hermann Hesse, Suhrkamp Verlag, 1986)

 

In der Beschäftigung mit den Frauen in meiner Familie, mit meiner Mutter, meiner Großmutter und meiner Urgroßmutter, schwebt immer etwas mit, das mir verborgen bleibt. Etwas, das ich nicht fassen und greifen kann. Die künstlerische Auseinandersetzung entstand aus dem Wunsch die Geschichte der Frauen in meiner Familie zu verstehen, um meinen eigenen Ort zu finden. Über das Sammeln von privaten Gegenständen und Erinnerungen der Frauen, entstand der Versuch, diese in eine neue Ordnung einzusortieren. Um so das entstandene Sammelsurium aus seiner ursprünglichen Bedeutung zu entheben. So stellt meine Arbeit die Suche nach Zuordnung und Zugehörigkeit dar. Das Zusammenfügen und Aufbauen einer eigenen Geschichte. Ein Gefüge, in dem die einzelnen Aspekte von Prägungen und Erinnerungen im Leben in Zusammenhang und Sinn gebracht werden. Eine Konstruktion der Selbstkohärenz.

 

Verhüllungen Fundstücke und Überbleibsel in blauen Samtstoff gehüllt und mit Stecknadeln fixiert. Verwandlung passiert. Neue Bedeutungen und Zuordnungen können so geschaffen werden.

Schlagworte Worte und Satzteile aus den Briefen der Urgroßmutter in einen Nachtschrank mit Nägeln gehauen.

Kloßprozesse Es werden bestimmte Handlungsabläufe gezeigt. Ein Ritual, in dem bestimmte Strukturen eingehalten werden, um Verwandlung zu erzeugen. Bilder, die Fiktion und Realität entsprechen, werden neben- und übereinander gesetzt. Es entsteht eine Überlagerung verschiedener Wahrnehmungsebenen und Realitätsebenen.

  

 

 

KAJA SCHUMACHER

   Uns trägt ein Volk (2010)

   zwei Hefte 30x40cm, Holzkubus, Fotodruck 3x4m

Good News aus Nürtingen

“Uns trägt kein Volk.” Paul Klee, 1924


 

Du, Klee, fühltest dich nicht vom Volk getragen,

Ich, Klee, kann dir von Nürtingen aus sagen:

Klee, du bist hier total angekommen

Und wurdest in den Wandschmuck des Hotels Vetter aufgenommen.

 

Ich, Klee, war im Hotel Vetter in Nürtingen,

und ich sah, dass es deine Bilder dort voll bringen.

Du, Klee, deine Werke garnieren Die Gänge, die vom Restaurant zum Klo führen.

 

Ja, Klo. Ich würde mich deswegen nicht groß grämen.

Den Weg zum Klo muss jeder mal nehmen.

So dass ein jeder, der sich dorthin bewegt,

auch ein wenig den Schöpfer des Wandschmucks trägt.

 

Du, Klee, bist 1940 gestorben

Und glaubtest dein Volk und deine Kunst auf immer verdorben.

 

Ich, Klee, war 1995 in Nürtingen

Und kann dir ein ganz anderes Liedlein singen:

 

Dort ist der Hotelgast froh,

geleitet ihn ein Klee zum Klo.

 

R. Gernhardt: Reim und Zeit, 2005

 

 

eine Auswahl von 4 aus insgesamt 32 Portraits..

Paula Belser

„Mit Kunst hab ich nichts am Hut,

die größte Kunst sind meine Kinder“

 

 

 

 

 

 

Paula Belser, 3 Kinder,

1959 bis 1962,

176 cm, 175 cm, 168 cm


Erika & Gerhard Keuerleber

„Ein schönes Landschaftsbild aus Frankreich,

das wir von unserer Tochter geschenkt bekommen haben.“

 

 

 

 

 

 

Richard Moisan,

Le village aux lavendes à Sault,

Fotodruck, gerahmt 90x70 cm


Hanna Mannsperger

„Eines von tausend unsignierten Bildern meiner Tante.

Ich bewahre es im Schrank auf als Schutz vor zu viel Licht.“

 

 

 

 

 

 

Margret Früh, Methusalem,

1978, Aquarell auf Spanplatte,

50x60 cm


 

Markus Weidmann

„Für mich entsteht Kunst, wenn Gegenstände

dekontextualisiert werden.“

 

 

 

 

 

 

Markus Weidmann, 2010,

o. T., Kaffeepulver, heißes Wasser, Keramikgefäß,

8x8x8 cm

 

 

 

SIMONE-IDA SIXT

   Zwischenblicke (2010)

   Akustische Rauminstallation

copyright 2010 Simone-Ida Sixt "Zwischenblicke"
copyright 2010 Simone-Ida Sixt "Zwischenblicke"

Zwischenblicke

Drei Pinsel, zwei Skizzenbücher, eine Fotokamera, Wasser & Gips, ein Stempelset, ein Windmessgerät, eine Orangenschale, ein Kopfhörer, ein Schweißgerät, eingegipste Bananenschalen, ein Nähkästchen, ein gestülpter Fußball, viele Tonobjekte, viele Tongefäße, zwei fotographische Selbstbildnisse, ein Teil einer Styroporverpackung, ein Modell eines Kunstwerkes aus Kortenstahl, Bienenwachs & Transparentpapier, eine Skizze von „Between Sunset and Sunrise“ – ein Relikt – ein Objekt – ein Stellvertreter – ein Werkzeug – ein Nebenprodukt – dies alles ist Kunst – Teil-Kunst – ein Teil der Kunst von zwanzig meiner Mitstudentinnen und Mitstudenten. Ich war neugierig und wollte es wissen. Es? Das Unsichtbare! Ich wollte das Unsichtbare erfragen und damit sichtbar, beziehungsweise hörbar machen. Das „Dahinter“ wollte ich hervorholen, das Gedachte gesprochen haben, das Werkzeug und das Rohmaterial nicht als alltägliche Notwendigkeit und damit als Nebensächlichkeit sondern im Zentrum der Betrachtung sehen. Wie das Wort Interview verrät, habe ich dazwischen „inter“ geblickt „viewed“ und zwar in die einzelnen Arbeitsprozesse, die das Ziel der Abschlussausstellung unseres Semesters vor Augen hatten. Wie gelingt es, die genannten Objekte und die dazugehörigen Gedanken der Künstlerin oder des Künstlers für den Besucher und Betrachter der Ausstellung Anhaltspunkte zugänglich zu machen? Um die Antworten zu meinen gestellten Fragen zu diesen ausgewählten Objekten meiner Mitstudentinnen und Mitstudenten festzuhalten, nutzte ich Mikrophon und Aufnahmegerät. Die auditive Vermittlung schien mir passend und ich erhoffte, durch einen Ort des legeren Gespräches – einer Sofa- und Sesselecke – im Kulturverein Provisorium im Bühnen- und Barbereich und durch die ermöglichte Sitzpause den Besucher zum Verweilen und konzentrierten Lauschen einzuladen. Ausgewählte, kurze und wechselnde Interviewausschnitte wurden durch vier MP3-Spieler mit einfachen Kopfhörern über den Sofaplätzen und dem gegenüberliegenden Sessel für kleine Besuchergruppen zugänglich gemacht. Durch die hinter dem Sofa angebrachten Fotos der Objekte, die meist im Zentrum des jeweiligen Interviewgespräches standen, war eine Art Ratespiel zum Zusammenhang von Gehörtem und Gesehenem intendiert. Durch „Zwischenblicke“ sollte eine Plattform des Informationsaustausches über Kunst, zwischen Studenten und mir und Studenten und Ausstellungsbesuchern geschaffen werden, welche sonst in diesem Maße nicht nur unsichtbar, sondern auch unhörbar geblieben wäre.

 

 

 

 BJÖRN STEINS

   Trying to find a balance (2010) + 3 weitere

   200*400 Acryl auf 8 mit Leinen bezogenen Spanplatten

copyright 2010 Björn Steins "Trying to find a balance"
copyright 2010 Björn Steins "Trying to find a balance"

 

 

CHARLOTTE STEMMER

   Ohne Titel 2010

   Alltagsgegenstände umgestülpt

copyright 2010 Charlotte Stemmer
copyright 2010 Charlotte Stemmer
copyright 2010 Charlotte Stemmer
copyright 2010 Charlotte Stemmer

 

 

 

AGNES STENSIK

   Ohne Titel (2010)

   Teebeutel, Nadel und Faden

copyright 2010 Agnes Stensik
copyright 2010 Agnes Stensik

 

 

 

FRANZISKA STUMPF

   Sand (2010)

   Sand und Kali-Wasserglas

Ich habe mich in meiner Arbeit mit dem Material Sand beschäftigt und bin dabei vor allem dem Spannungsfeld von Stabilität und Instabilität nachgegangen. In der Auseinandersetzung mit dem Material sind mir verschiedene Aspekte besonders wichtig geworden, zum Beispiel ist Sand ein Produkt von Veränderung, Verwitterung und Vergänglichkeit, er löst sich auf und formt sich neu. Sand ist eine Masse bestehend aus vielen kleinen Teilen ohne feste Verbindung, dadurch beweglich und fließend. Sand ist aber auch ein Zustand von Stein mit der Größe von 2mm- 0,063mm und trägt damit die Erinnerung an die Stabilität des Steines in sich. Wenn ich das Sandkorn vergrößere, kann ich den Stein wieder entdecken. Sand zeigt einen Ausschnitt aus Zeit, der Zeit seiner Entstehung und enthält damit noch einen anderen Aspekt von Stabilität in sich, nämlich den der Dauer seiner Entstehung. Meine Arbeit war nun ein Versuch der Auslotung von Stabilität und Instabilität des Materials. Dabei wollte ich dem Material eine Form abringen die erst einmal unmöglich schien. Die Form lehnt sich dabei an der Form des einzelnen Sandkornes an, dem gebrochenen Stein der sich durch Verwitterung immer mehr der runden Form annähert. Zum anderen bezieht sich die Form auf das Spannungsfeld von Stabilität und Instabilität in dem Sinne, dass die Kugel als stabilste physikalische Form zählt. Das sie auf den ersten Blick massiv und raumabweisend wirkt. Auf der anderen Seite öffnet sie sich dem Raum, ermöglicht einen Blick hinein und bekommt damit ihre zerbrechliche Wirkung. In der Umsetzung habe ich versucht den Aspekt der Vergänglichkeit des Materials zu berücksichtigen. Ich wollte dem Material seine Beweglichkeit nicht ganz nehmen. Außerdem wollte ich einen materialnahen Binder. Und habe mich deshalb für Kali- Wasserglas entschieden. Eine Lösung aus Kaliumkarbonat und Quarzsand die im trockenen Zustand zwar aushärtet und fest wird sich jedoch durch Wasser und Feuchtigkeit wieder auflöst und damit wieder verwittern kann. Die Beweglichkeit ist also nur für eine gewisse Zeit genommen. So das der Kreislauf von Veränderung weiter geht. Zerbricht die Kugel entstehen Bruchstücke die sich nach und nach wieder dem einzelnen Korn annähern.

 

 

 

SARAH TESKE

   Ohne Titel 2010

   Papier, Bienenwachs

 

 

 

GITTA WAGNER

   Ohne Titel

   Folie + Angelschnur

copyright 2010 Gitta Wagner
copyright 2010 Gitta Wagner

Wann ist etwas abwesend?

Ist etwas Anwesendes immer anwesend oder doch nur scheinbar da?

Kann etwas Abwesendes präsenter sein als reale, mit den Sinnen wahrnehmbare Dinge es sind?

Anwesenheit und Abwesenheit bedingen einander, egal ob sich diese “Zustände“ auf Menschen, Beziehungen oder auch nur auf Gegenstände (ich nenne all diese Aspekte im Weiteren Formen) beziehen. Ohne das eine könnte das andere nicht existieren. Nimmt man beispielsweise eine Spur, einen Abdruck, so zeigt beides faktisch die Existenz des “Nicht-mehr-Vorhandenen“. Die Spur einer Form setzt deren Anwesenheit voraus, kann jedoch nur in deren Abwesenheit in Erscheinung treten. In diesem Zusammenhang sowie durch die oben formulierten Fragen, stellten sich mir weitere nach dem Zerfall der Form: Ab wann zerfällt die Form, ist Abwesenheit im Fokus, bis wann bleibt die Form, kann sie als anwesend in Erscheinung treten oder (re)konstruiert werden?

 

Wie verhält es sich mit der Gleichzeitigkeit von Anwesenheit und Abwesenheit?

In meiner Installation, bestehend aus zwei Elementen, ist die Form Flasche zum einen durch das Material gegeben, welches die Form unmittelbar abgrenzt; eine weitere Installation zeigt eine Flasche, welche als Form durch das sie umgebende Material definiert wird. Im zweiten Fall ist die Flasche als Form scheinbar nicht da und dennoch vorhanden. Der Blickwinkel und die Position des Betrachters sind entscheidend. Bei einem Blick von der Seite sind nur Linien erkennbar, welche kaum sichtbar im Raum zu verschwinden scheinen. Die Aufmerksamkeit entzieht sich der scheinbar vorhandenen Form (Flasche). Steht der Betrachter vor der Installation ist, je nach Lichteinfall, eine diffuse dreidimensionale Form (Flasche) ersichtlich. Zu viel Distanz lässt die Form verschwinden, zu viel Nähe ebenso. Betrachtet man nur eine der Folien, ist die Form der Flasche sichtbar, aber die scheinbare Räumlichkeit der Form geht verloren,… Folie benutze ich, weil mir Transparenz und Leichtigkeit des Materials wichtig sind in Bezug auf mein Thema: Anwesenheit-Abwesenheit. Ich brauche die Anwesenheit des Materials, um die Form der Flasche abzubilden, sichtbar und erlebbar zu machen, als anwesend in Erscheinung treten zu lassen. Die Gleichzeitigkeit der Anwesenheit/Abwesenheit des Materials verdeutlicht dabei die Anwesenheit/Abwesenheit der Form. Transparenz ist weiterhin wichtig, weil das Material an sich in den Hintergrund treten soll, ich benutze es lediglich als Mittel zum Zweck. Die Aufhängung ermöglicht, dass die Einzelteile flexibel bleiben, sich die Form zusätzlich in sich verschieben kann. Dies ergibt sich dadurch, dass keine Fixierung der Folien am Boden erfolgt. Bewegen sich die Folien durch Berührung oder Ähnliches, ist die Form durch eine Verschiebung der Teile zueinander abwesend, bis die Folien wieder parallel zueinander hängen. Licht und die scheinbare Leere/Luft im Raum sind ebenfalls Bestandteil der Installation und beeinflussen deren Wirkung maßgeblich.

 

 

 

SARAH VICTORIA WINTER

Werbeanzeige, Stoff, Garn, Klebeband

Waschmaschine, Trockner, Bügeleisen

Masken verbergen das wahre Gesicht und negieren jede Innerlichkeit. Eine strukturell verwandte Form der Maskerade ist die Gesichtsbemalung. Hierzu zählt die kosmetische Gesichtsverschönerung durch Schminke. Auf der Suche nach Menschlichkeit bearbeite ich Werbeanzeigen bestimmter Kosmetikfirmen. Genauso wie die Macher der Werbung gehe ich in aggressiver Weise strategisch vor, manipuliere und missbrauche das Gesicht weiblicher Werbeschönheiten indem ich mich an vorgeschriebene Richtlinien halte. Dabei handle ich wie ein Schönheitschirurg, nur wirke ich der Vergänglichkeit nicht entgegen, sondern beschleunige sie.

die ausstellenden


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Mareike Bosch

Mylene Bünter

Sarah Czerniejewski

Esther Dannemann

Rafael Dudek

Daniela Egner

Kornelia Eßer

Nadine de Fries

Melanie Glaser

Jenny Gösche

Monique Günther

Veronika Hiesinger

Katrin Jansen

Anna Jacobi

Nadja Jakl

Giannina Kammer

Lisbeth Keller

Anne-Kathrin Klug

Eva-Maria Kochhan

Ramona König

Sonja Komorek

Juliane Kretzer

Irene Lichtenegger

 

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Anna-Katharina Magsig

Stella Möser

Sophia Mraz

Daniela Müller

Melanie Müller

Jens Neinhardt

Marianina Oberhagemann

Franziska Plath

Nina Raber

Gundars Ruf

Cornelia Scheu

Judith Schmitdke

Michael Schuch

Kaja-Zoe Schumacher

Simone-Ida Sixt

Björn Steins

Charlotte Stemmer

Agnes Stensik

Franziska Stumpf

Sarah Teske

Lucia Thanner

Gitta Wagner

Sarah Winter

Isabel Zondler